
Wie der ELPIDA Verlag entstand
2008. Alles begann mit einem Wort in meinem Herzen. Ich steckte schon länger in einer schwierigen Lage – ich war geschieden, alleinerziehend mit zwei kleinen Kindern, und fast hätte ich auch noch meinen Sohn verloren. Irgendwie fühlte ich mich gefangen in meiner Situation; Hoffnung konnte ich gut gebrauchen. Ich bekam sie vor allem durch meinen christlichen Glauben, besonders durch Berichte von Menschen, die auch Schweres durchleben mussten, aber bei denen Gott alles wieder zum Guten gewendet hatte.
Nachdem ich wieder einmal so ein Buch gelesen hatte, sprach ich ein Gebet – ungefähr so: „Himmlischer Vater, ich würde auch gern ein Buch schreiben, das andere ermutigt. Aber was soll ich schon schreiben, wo ich doch selber voller Fragen und Zweifel bin?! Mein Leben ist so chaotisch – wie soll ich da andere ermutigen können? Und außerdem fehlt das Happy End …“
Plötzlich vernahm ich in mir einen klaren Gedanken: Fang schon jetzt an, deine Erfahrungen mit mir aufzuschreiben. Für das Happy End in deinem Leben sorge ich!
Also schob ich alle Zweifel beiseite und begann mit dem Schreiben ...
2013. Mittlerweile war ich wieder verheiratet und „frischgebackene“ Mama. Nun hatte meine Geschichte ein Happy End und konnte veröffentlicht werden. Doch die Verlage, denen ich sie anbot, hatten entweder kein Interesse oder boten mir sehr schlechte Konditionen an. Bald hatte ich sowieso wieder Wichtigeres zu tun: Ein viertes Kind kündigte sich an. Also verschwand mein Manuskript „in der Schublade“.
Zwei Jahre später war meine Kleine aus dem Gröbsten heraus. Wieder begann ich mich zu fragen, was mit dem Text denn werden soll?! In einer Zeitung fiel mir eine Anzeige auf: „Ich bringe Ihr Manuskript zum Glänzen“.
Ich sollte dort mal anrufen, dachte ich, aber ich zögerte. Nachdem ich zum zweiten Mal auf diese Annonce stieß, nahm ich mein Telefon und wählte die Nummer. Am anderen Ende meldete sich die Lektorin Gabriele Pässler. Wir unterhielten uns eine Weile und vereinbarten ein Probelektorat. Sie wird nicht viel zu tun haben, dachte ich, doch als ich den Text zurückbekam, war er voller Änderungen und Rückfragen.
Ich hatte zwei Teenager und zwei Kleinkinder zuhause; mir fehlte sowohl die Zeit für die Überarbeitung als auch das Geld für die Lektorin. Also sagte ich ab. Doch so richtigen inneren Frieden bekam ich nicht, also begann ich zu beten und hörte wieder diese innere Stimme in meinem Herzen: Lass dich jetzt nicht vom Geld leiten!
„Okay“, sagte ich, „wenn ich meine Entscheidung ändern soll, dann sprich zu mir!“
Ich schlug meine Bibel auf, und sofort sprang mir ein Vers ins Auge: Gott, der HERR, gibt mir die richtigen Worte, damit ich erschöpfte Menschen trösten und ihnen neuen Mut zusprechen kann. (Jesaja 50,4 HFA)
Hm, das war eigentlich genau das, was ich auf dem Herzen hatte: Menschen mit meiner Geschichte ermutigen …
Es folgte eine weitere Bestätigung: Am Sonntag predigte in unserer Gemeinde ein Mann aus Südafrika, und er gab meinem Mann und mir ein prophetisches Wort: „Gott will euch gebrauchen, Worte der Hoffnung in dunkle Orte zu sprechen …“
Zu guter Letzt boten mir meine Schwiegereltern an, einen Tag in der Woche auf meine beiden Kleinen aufzupassen. Jetzt hatte ich wirklich keine Ausrede mehr, und gemeinsam mit Gabriele überarbeiteten wir das gesamte Manuskript. Anschließend startete ich den nächsten Versuch, einen passenden Verlag zu finden, doch leider erfolglos. Erneut landete mein Manuskript „in der Schublade“, und wieder war ich mit anderem beschäftigt – dieses Mal begann ich eine neue Arbeit, und wir hatten ein großes Haus gekauft. Umbau, Umzug und Vermietung standen an.
Damals verstand ich das Ganze nicht – heute weiß ich: Es war wie eine Ausbildung für mich. Durch Gabriele lernte ich so vieles über Bücher und übers Lektorieren.
2019. Langsam wurde es wieder ruhiger in meinem Leben, und ich hatte das Gefühl: Jetzt ist es an der Zeit, das Buch zu veröffentlichen.
„Na gut, aber ohne Verlag“, sagte ich mir, „ich werde einfach eine ganz kleine Auflage drucken lassen und auf den Büchertischen in meiner Umgebung auslegen.“
Gegen Ende des Jahres nahm ich an einer Kurzbibelschule teil. Während einer Lobpreiszeit sah ich vor meinem inneren Auge, wie ich jahrelang für meine Arbeitgeber geschrieben hatte, und in meinem Herzen vernahm ich wieder diese leise vertraute Stimme: Ich möchte, dass du frei bist, das zu tun, was ich für dich habe! Gleichzeitig kamen mir viele meiner Bekannten in den Sinn, die echt krasse Sachen mit Gott erlebt hatten. Es war, als würde Gott sagen: Nicht nur deine, sondern auch ihre Geschichten sollen veröffentlicht werden!
Zwei Tage später ging ich zum Gewerbeamt und meldete einen Verlag an, um Bücher veröffentlichen zu können. Natürlich brauchte ich auch einen passenden Namen, und er sollte etwas mit „Hoffnung“ zu tun haben. Schnell stieß ich auf den griechischen Mädchennamen „Elpida“. Der Name bedeutet „Hoffnung“ oder „Erwartung“. Und „zufällig“ enthält er Gottes Namen und meine Initialen (EL – hebräisch für Gott, PI – Pippig, DA – Damaris).
Bald hielt ich mein erstes eigenes Buch in den Händen. Irgendwann, so nahm ich mir vor, wollte ich einige meiner Bekannten ansprechen und sie fragen, ob ich auch ihre Geschichten aufschreiben und veröffentlichen dürfe.
Doch dazu kam es nicht, denn kurz darauf meldete sich Kirstin Kreuzritter. Sie hatte bereits ein fertig lektoriertes Manuskript und wollte damit andere Menschen ermutigen, nicht aufzugeben und Gott zu vertrauen, auch in schweren Lebensphasen. Es war schon erstaunlich, dass sie ihren Text ausgerechnet mir anvertraute, wo ich doch weder eine Ausbildung noch Erfahrung in der Verlagsarbeit hatte.
Als nächstes kontaktierte mich Katharina Rudolph. Auch zu ihr hatte Gott gesprochen, dass sie ihre Erlebnisse aufschreiben solle, und auch sie fand keinen Verlag. „Was soll ich denn jetzt machen mit dem Text?“, fragte sie Gott. Kurze Zeit später träumte sie von einem Bekannten. Sie rief ihn an, und der erzählte ihr, dass er kürzlich Kirstin Kreuzritter getroffen habe, die ihr Buch bei einem ganz neuen Verlag veröffentlicht habe. Also kam auch Katharina zu mir.
Dann lernte ich Maik Löwen kennen. Er hat eine wirklich krasse Vergangenheit mit Drogen und Kriminalität. Als er seine Geschichte auf einer Veranstaltung erzählte, ging ein junger Mann auf ihn zu und ermutigte ihn, sie in einem Buch zu verfassen. Der Mann gab ihm meine Kontaktdaten, und Maik rief bei mir an. Gemeinsam begannen wir, sein Lebenszeugnis zu verfassen.
So entstanden die ersten Kontakte und Bücher ...
Es heißt, dass man manchmal einfach die „Segel setzen und losfahren“ muss, wenn man Gottes Führung erleben will, da er nur „fahrende Schiffe“ lenken kann.
Genauso erlebte ich es. Im Prinzip startete ich nur mit einem Wort im Herzen und ohne Ahnung, wohin die Reise geht. Aber beim „Fahren“ erhielt ich immer wieder „Weiterbildungen“ und „Kurskorrekturen“, zum Beispiel durch Menschen, von denen ich lernen durfte und die mich motivierten, professioneller zu werden. Auch andere Lehreinheiten erlebte ich, unter anderem:
Gottes Führung nicht vorauseilen – alles hat seine Zeit
sich nicht vom Geld oder von menschlichem Erfolg leiten lassen
nicht jede Anfrage annehmen, sondern frei bleiben, um das tun zu können, was einem aufs Herz gelegt wurde
Ich bin echt gespannt, welche Buchprojekte noch entstehen werden und freue mich darauf …
